Verfahren

Komposttoiletten Verfahren

Es gibt eine Vielzahl moderner Komposttoiletten-Systeme, die auf möglichst komfortable und hygienische Art die Fäkalien auffangen und für die spätere Verwertung durch Kompostierung aufbewahren bzw. mit der Kompostierung beginnen. Auf diese Weise wird kein Wasser verbraucht, kein Abwasser produziert und erst recht müssen keine Chemikalien zum Einsatz kommen. Die Weiterverwertung der enthaltenen Nährstoffe als Pflanzennahrung spart den Einsatz von Kunstdüngern und schließt den natürlichen Nährstoffkreislauf.

Kompostierung

Kompostierung ist der natürliche Vorgang des Abbaus energiereicher organischer Substanzen zu anorganischen Substanzen (Pflanzennährstoffe auf Basis von Stickstoff und Phosphor). Dabei wird Energie frei und es entstehen im Idealfall nur geruchlose Gase (Kohlendioxid, Wasserdampf). Der ganze Prozess erfordert die aktive Arbeit von Mikroorganismen und später, bei der Humusbildung, höheren Bodenlebewesen, wie z.B. Regenwürmern. Außerdem wird dringend Sauerstoff benötigt, sowie bei der Kompostierung von Fäkalien der Zusatz von kohlenstoffreichen organischen Verbindungen (Rinde, Stroh, Gartenabfälle). Eventuell vorhandene Krankheitskeime werden im Laufe der Kompostierung durch die für die Keime unwirtlichen Lebensbedingungen wirksam vernichtet. Selbst schwer abbaubare Arzneimittelrückstände werden im umsetzungsfreundlichen Bodenmilieu abgebaut. Da übermäßige Feuchtigkeit die Umsetzungsprozesse erschwert, ist ein zentrales Element der meisten Komposttoiletten die Abtrennung des reinen Urins oder des überlaufenden Sickerwassers.

Der Prozess des Substanzumbaus beginnt also in der Trockentoilette, benötigt dann wenigstens ein Jahr, möglichst jedoch länger, im Komposter und setzt sich auch nach dem Ausbringen zur Bodenverbesserung fort. Um den Kreislauf über die menschliche Nahrung möglichst groß zu halten, sollte Fäkalkompost nicht zum Gemüseanbau eingesetzt werden, sondern für Ziersträucher und Hecken. Mithilfe der Komposttoilette wird also versucht, einen natürlichen Kreislauf nachzugestalten und mit den modernen ästhetischen und technischen Anforderungen in Einklang zu bringen.

Technische Grundprinzipien

Die technischen Grundprinzipien lassen sich auf drei wesentliche Elemente reduzieren:

  • die Zugabe von kohlenstoffhaltiger Substanz
  • die Entlüftung im Zusammenhang mit der Zufuhr frischer Luft
  • die Abtrennung der Feuchtigkeit.

Die technische Ausführung einer solchen Toilette ist durchaus variabel. Mit einem Plumpsklo hat sie jedoch niemals etwas gemeinsam, denn bei diesem kommt es aufgrund von Feuchtigkeitsüberschuss und Sauerstoffmangel zu Fäulnisprozessen, die bei der Komposttoilette gezielt vermieden werden.

Eine Komposttoilette riecht nicht und ist absolut hygienisch zu benutzen!